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 Was bedeutet Frühgeburt ?

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BeitragThema: Was bedeutet Frühgeburt ?   Fr Dez 17, 2010 9:39 am

Als Frühchen werden Babys bezeichnet, die vor der 37. Schwangerschaftswoche (SSW) zur Welt kommen. Eine Erkrankung der Mutter oder eine Mehrlingsgeburt – die Ursachen für eine Frühgeburt können ganz unterschiedlich sein. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um mögliche Risiken für eine Frühgeburt zu erkennen. Die Prognose von Frühgeborenen verbessert sich, je größer und reifer das Kind bei der Geburt ist.

Wann spricht man von einer Frühgeburt?

Eine normale Schwangerschaft dauert 40 Wochen (gerechnet vom ersten Tag der letzten Regelblutung). Wird ein Kind vor der Vollendung der 37. SSW geboren, spricht man von einer Frühgeburt. Das Geburtsgewicht liegt dann meistens unter 2 500 Gramm. Das Erreichen der 23. SSW gilt in Deutschland als Grenze der Lebensfähigkeit von Frühgeborenen mit medizinischer Hilfe ( Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin ).
Abhängig vom Geburtsgewicht und dem Zeitpunkt der Geburt, werden Frühchen weiter unterschieden:

* Frühgeborene mit extrem niedrigem Geburtsgewicht (ELBW = „extremely low birth weight infants“) werden Frühchen bezeichnet, die kleiner als 1 000 Gramm sind, in der Regel bei einer Geburt
vor der 29. SSW.
* Frühgeborene mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (VLBW = „very low birth weight infants“) sind Babys, die weniger als 1 500 Gramm wiegen und meist vor der 32. SSW zur Welt kommen.
* Späte Frühgeborene (LPI = „late preterm infants“) erblicken in der 34. bis zur 37. SSW das Licht der Welt. Obwohl Gewicht und Größe annähernd denen von Termingeborenen entsprechen,
sind sie in vielen Aspekten ihrer körperlichen Entwicklung unreif.

Wie häufig sind Frühgeburten?

In Deutschland kommen ca. 8 % der Babys als Frühgeborene, also vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche, zur Welt (Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO). Das sind etwa 60 000 Frühchen pro Jahr.
Dank der modernen Medizin, insbesondere der Möglichkeiten bei der Intensivbehandlung Neugeborener, sind die Chancen von Frühgeborenen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Darüber hinaus gelingt es durch die Geburtsmedizin, immer mehr Frühgeburten zu verhindern, zu verzögern oder gar aktiv den Reifeprozess des Ungeborenen zu fördern.

Welche Ursachen kann eine Frühgeburt haben?

Die Ursachen für eine Frühgeburt können ganz unterschiedlich sein. In vielen Fällen lässt sich gar kein Auslöser für die vorzeitigen Wehen finden. Zu den möglichen Gründen zählen:
* Fruchtwasserinfektionen: Sie können zu vorzeitigen Wehen und evtl. zum Blasensprung führen
* Erkrankungen der Mutter während der Schwangerschaft: z. B. das HELLP-Syndrom, eine schwere Erkrankung, die u. a. zu Leberfunktionsstörungen und Bluthochdruck führt, durch die eine vorzeitige Entbindung notwendig sein kann
* Mehrlingsgeburten: Folge kann eine unzureichende Versorgung eines Kindes oder „Platzmangel im Mutterleib“ sein, die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt ist so deutlich erhöht
* Seelischer Stress
* Unzureichende Versorgung des Kindes durch die Plazenta
* Muttermundschwäche
* Rauchen: Vor und während der Schwangerschaft hat sowohl aktives als auch passives Rauchen der Mutter einen erheblichen negativen Einfluss auf die Gesundheit des Kindes, insbesondere der Atmungsorgane

Kann man eine Frühgeburt verhindern?

Es ist wichtig, die Risikofaktoren für eine Frühgeburt rechtzeitig zu erfassen. Dafür sind die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft besonders wichtig. Viele mögliche Probleme oder Risiken können so rechtzeitig erkannt und bei Bedarf frühzeitig behandelt werden. Zu den Vorsorgeuntersuchungen gehören:

* das Gespräch mit dem Frauenarzt
* die körperliche Untersuchung
* Labortests
* Ultraschalluntersuchungen

Darüber hinaus gibt die regelmäßige Selbstmessung des Säurewerts in der Scheide durch die werdende Mutter Hinweise auf das Infektionsrisiko. Ein normaler Wert zeigt eine ungestörte Scheidenflora und damit ein niedrigeres Infektionsrisiko an. Die Messung ist einfach und ungefährlich und wird mithilfe speziell beschichteter Handschuhe durchgeführt. Sie ersetzt jedoch in keinem Fall die Arztbesuche.

Was passiert auf der Neugeborenenstation?

Steht eine Frühgeburt bevor, wird in der Regel schon die Entbindung von einem Kinderarzt begleitet. Häufig ist dies ein Neonatologe, also ein speziell auf die Behandlung von Frühchen spezialisierter Mediziner. Abgestimmt auf das Reifealter erhält das Frühgeborene so von Anfang an die benötigte medizinische Versorgung. Anschließend wird das Baby im Bettchen oder in einem fahrbaren Brutkasten (Transportinkubator) auf die Neugeborenenstation oder Intensivstation gebracht. Im Inkubator auf der Station werden alle wichtigen Körperfunktionen überwacht. In manchen Fällen ist eine künstliche Beatmung oder auch die Ernährung über eine Magensonde notwendig.

Im Rahmen der modernen pflegerischen Betreuung wird der frühe enge körperliche Kontakt zwischen dem Frühchen und den Eltern gefördert. Bei der sogenannten „Kängurupflege“ werden die Frühchen einem Elternteil auf den Bauch gelegt. Der Hautkontakt hat positiven Einfluss auf die Kreislauffunktionen und die Atmung des Babys. Auch andere Maßnahmen, z. B. die Gabe hochprozentiger Zuckerlösung, erleichtern heute den frühen Start ins Leben. Wie auch das Stillen sorgt dies für ein niedrigeres Stressniveau der Babys. Trotz aller modernen medizinischen und pflegerischen Möglichkeiten darf nicht vergessen werden, dass die Versorgung insbesondere von extrem Frühgeborenen oft ein schwieriger Weg ist.

Welche Prognose haben Frühgeborene?

Die Prognose für Frühgeborene ist abhängig von zahlreichen Faktoren, daher ist es schwer, Risiken und Chancen des einzelnen Frühchens vorherzusagen. Je größer und reifer das Frühgeborene bei der Geburt ist, desto größer ist nicht nur die Überlebenschance, sondern auch die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Entwicklung ohne bleibende Schäden:

* nach der 24. SSW hat ein Frühchen eine Überlebenswahrscheinlichkeit von über 60 % – schnell ansteigend mit zunehmender Reifung
* vor der 24. SSW liegt die Chance bei knapp einem Drittel

Besonders schwer haben es Frühgeborene, bei denen im Verlauf Komplikationen wie eine Hirnblutung, Hirnschädigungen, schwere Infektionen oder eine chronische Lungenerkrankung auftreten. Durch die Fortschritte der modernen Geburtshilfe und Neugeborenen-Intensivmedizin haben sich auch die Überlebensaussichten von extrem frühgeborenen Kindern wesentlich verbessert. Die Risiken für spätere Folgen, z. B. motorische Störungen, steigen dadurch jedoch an. Eine längere Beatmungsdauer kann eine bronchiale Überempfindlichkeit zur Folge haben.

Quelle: www.frühgeboren.de
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BeitragThema: Re: Was bedeutet Frühgeburt ?   Fr Dez 17, 2010 9:40 am

Späte Frühgeburt

Was sich auf den ersten Blick widerspricht, braucht besondere Aufmerksamkeit. Bei einer Entbindung in der 34. bis zur 37. Schwangerschaftswoche (SSW) spricht man von einer späten Frühgeburt. Doch auch wenn diese Frühchen mit Gewicht und Größe Termingeborenen ähneln, dürfen potenzielle Risiken nicht unterschätzt werden. Späte Frühgeborene sind in vielen Punkten ihrer Entwicklung unreif.
Höhere Erkrankungsrisiken als Reifgeborene
Späte Frühgeburt

60 bis 70 % der Frühchen zählen zu der Gruppe der späten Frühgeborenen. Das Äußere von späten Frühgeborenen lässt keine Auffälligkeiten erwarten und doch sind sie bedeutend häufiger von Komplikationen und Erkrankungen betroffen als termingerecht geborene Babys. Ursache dafür sind ihre noch unreifen Organsysteme und auch ihr Stoffwechsel arbeitet oft noch eingeschränkt. Häufig sind die einzelnen Aspekte noch nicht bedenklich. Erst wenn mehrerer Faktoren gleichzeitig auftreten, steigt das Erkrankungsrisiko der späten Frühchen.
Im Vergleich zu termingerecht geborenen Kindern haben späte Frühchen z. B. häufiger:

* Atemnot, da die Lunge noch nicht vollständig entwickelt ist
* Gelbsucht (Hyperbilirubinämie), sie tritt häufig erst nach etwa einer Woche auf, wenn das Frühchen bereits zu Hause ist
* Hypoglykämien, das Absinken des Blutzuckers unter Normalwert, dazu kann es durch zu geringe Glukosereserven kommen
* Unterdurchschnittliche Gewichtszunahmen, verursacht durch Probleme bei der Nahrungsaufnahme
* Probleme bei der Temperaturregulation, da sich der Hormonhaushalt noch nicht ausreichend selbst steuert
* Ein erhöhtes Infektionsrisiko, z. B. mit dem Respiratorischen Synzytialvirus (RS-Virus), das Erkrankungen der Atemwege bedingt und zu weiteren Komplikationen führen kann

Quelle: www.frühgeboren.de

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BeitragThema: Re: Was bedeutet Frühgeburt ?   Fr Dez 17, 2010 9:47 am

Risiken und Folgen einer Frühgeburt
Wenn ein Kind zu früh geboren wird, sind einige Organe und Körperfunktionen noch nicht vollständig ausgebildet. Dies betrifft z. B. die Atmungsorgane und auch das Immunsystem des Frühgeborenen. In der Folge kann es zu Komplikationen kommen, die medizinisch behandelt werden müssen.

Erkrankungen der Lunge

Die Lungenbläschen sind bei einem Frühgeborenen (unten) im Vergleich zu einem reifgeborenen Kind (oben) noch nicht voll entwickelt
Das Atemnotsyndrom (RDS = „respiratory distress syndrome“) entsteht, wenn die unreife Lunge nicht genug einer bestimmten Substanz, dem Surfactant, bildet. Durch diesen Mangel fallen die Lungenbläschen (Alveolen) zusammen, Sauerstoffmangel und Atemnot sind die Folge. Oft ist dann eine künstliche Beatmung notwendig. Zur Vorbeugung des Atemnotsyndroms kann der Mutter bei drohender Frühgeburt Kortison verabreicht werden, um die Lungenreifung zu beschleunigen.
Eine bronchopulmonale Dysplasie (BPD) kann Folge der Lungenunreife und künstlichen Beatmung sein. Bei dieser chronischen Lungenerkrankung muss über einen längeren Zeitraum zusätzlich Sauerstoff zugeführt und medikamentös behandelt werden.

Immunsystem und Infekte
Nicht nur die Organe von Frühgeborenen sind unvollständig ausgebildet, auch das Immunsystem ist noch unreif. Die Folge ist eine erhöhte Infektanfälligkeit
sowie Probleme bei der Infektüberwindung. Extrem kleine Frühgeborene
haben heute durch die moderne Medizin immer bessere Überlebenschancen.
Gerade für sie steigt jedoch die Gefahr, an einem Infekt zu erkranken.
Kommt es dazu, muss frühzeitig behandelt werden, um Folgeschäden zu
vermeiden. Das Infektionsrisiko bezieht sich sowohl auf bakterielle
Erreger als auch auf Viren. Dazu gehört z. B. die RS-Virusinfektion, die zu schweren Atemwegserkrankungen führen kann.

Folgen für das Gehirn
Kurzdauernde Atemstillstände (Apnoen) und eine Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardien)
werden durch die Unreife der Atemregulationszentren verursacht.
Abhängig von ihrer Ausprägung werden sie nur beobachtet oder
medikamentös behandelt. Diese Problematik wächst sich in der Regel bis
zum Zeitpunkt des errechneten Geburtstermins aus.
Zu Hirnblutungen kann es bei Frühgeborenen, die vor der
32. SSW geboren werden, kommen, da Blutgefäße noch nicht ausgereift und
sehr empfindlich sind. Ob dies folgenlos bleibt, hängt von der Stärke
der Blutung ab.

Risiken für den Darm
Eine Darmentzündung, die so genannte nekrotisierende Enterokolitis
(NEC), ist bei Frühgeborenen wesentlich häufiger als bei reifgeborenen
Kindern. Ursächlich sind unter anderem die Unreife des Darms und die
Überwucherung durch krankheitsverursachende Keime. Schwerste Folge ist
ein Darmdurchbruch.

Defekte am Herzen
Zu den Herzanomalien, die bei Frühgeborenen auftreten können, zählen z.
B. Defekte der Herzscheidewände. Der so genannte Ductus Botalli
verbindet vor der Geburt Lungen- und Körperschlagader miteinander und
ermöglicht dadurch die Umgehung der noch funktionsunfähigen kindlichen
Lunge. Wird der Ductus Botalli nach der Geburt nicht verschlossen, so
kann es zu Störungen des Blutkreislaufes kommen. Man spricht dann vom „persistierenden Ductus arteriosus Botalli (PDA)“, der medikamentös oder chirurgisch behandelt werden muss.

Quelle: www.frühgeboren.de
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